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TÖNISVORST Lisa Gotzian schaut ganz konzentriert auf die Noten vor sich auf dem Notenständer. Ihre Lippen machen ganz kleine Bewegungen im Rhythmus der Musik, während ihre Finger über die Tasten ihres Akkordeons flitzen. Was die 13-Jährige mit der gleichaltrigen Francis Pauelsen auf dem Akkordeon spielt, klingt keineswegs nach „Quetsche“ oder „Schifferklavier“. „Das hört sich Samba-mäßig an“, sagt Klaus Storm, einer von mehreren Akkor-deon-Lehrern des Vereins, der im vergangenen Jahr 30 Jahre alt wurde.
Das größte Akkordeon-Orchester in Deutschland Lisa und Francis gehören zum großen Pool der Nachwuchsmusiker, auf den das Orchester seit Jahren baut. Nach eigenen Angaben ist das Ensemble das größte Akkordeon-Orchester in Deutschland. 370 Mitglieder hat der Verein, 170 von ihnen greifen aktiv in die Tasten. In einem Dutzend Schülergruppen, die vor allem Montags und Freitags im Vereinsheim an der Corneliusstraße üben, werden Kinder und Jugendliche an das Balginstrument herangeführt und richtig fit gemacht. Denn aus ihnen ziehen die sechs verschiedenen Orchester des Vereins ihren Nachwuchs. „Quetschkommode“ oder „Schifferklavier“ sind Bezeichnungen, die Lisa und Francis für ihr Instrument gar nicht gerne hören. „Das sind die typischen Klischees“, sagt auch Klaus Storm. Dass daran aber nichts sei, wolle das Tönisvorster Akkordeonorchester zeigen, dem Lisa und Francis seit annähernd sechs Jahren angehören. Francis trat einfach in die Fußstapfen ihrer Mutter, die ebenfalls seit Jahren im Orchester Akkordeon spielt. Lisa spielt zudem noch Saxophon.
Die beiden werden von Klaus Storm gemeinsam unterrichtet. An Wochenenden üben die zwei Mädchen manchmal gemeinsam Akkordeon. „Francis hat es einfach, sie kann ihre Mutter fragen, die auch Akkordeon spielt“, meint Lisa. Francis entgegnet: „Mag sein, dass ich es da besser habe, dafür bin ich aber viel fauler als Lisa.“ Das will Klaus Storm nicht so stehen lassen. Er nickt zufrieden, wenn er nach dem Leistungsvermögen der Schülerinnen gefragt wird. Nicht umsonst übt er mit ihnen außergewöhnliche und anspruchsvolle Stücke ein, führt sie auch an das freie Spielen heran. Obwohl die beiden Schülerinnen gerne zum Üben ins Vereinsheim kommen, gibt es für sie auch eine Freizeit ohne Akkordeon. „Akkordeon könnte ich nicht den ganzen Tag hören“, bekennt Lisa. Sie legt gerne Scheiben mit Rock-Musik in ihren CD-Player. Und Francis hört auch schon einmal House und Techno. Allerdings, so fügt sie hinzu: „Durch das Akkordeon bin ich überhaupt erst auf Musik gekommen.“ - Akkordeon Orchester Gründung 1957 Mitglieder 370 Mitglieder, davon sind 170 aktive Musiker Jugendarbeit Jedes Jahr in der ersten Herbstferienwoche ist eine Jugendherbergsfahrt der jugendli-chen Orchestermitglieder mit sportlichen Aktivitäten, Stadtbe-sichtigungen, Quizspielen. Vereinsheim Corneliusstraße 25b, St.Tönis www.akkordeon-orchester-1957.de
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